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Steuerersparnis: Haushaltsnahe Dienstleistungen für Pflegebedürftige

Eine haushaltsnahe Dienstleistung muss grundsätzlich immer in Ihrem Haushalt erbracht werden, um steuerlich absetzbar zu sein. Für Pflegebedürftige bestehen allerdings Ausnahmen.

 

Junges Ehepaar berechnet am Laptop die steuerlichen Vergünstigungen für eine Haushaltshilfe ihrer Eltern, shutterstock_1575538927_fizkes

Die Steuerersparnis gilt auch dann, wenn Sie wegen Krankheit oder Pflegebedürftigkeit vorübergehend außer Haus leben müssen. Zudem können Sie den Besuch der Friseurin oder des Fußpflegers als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, obwohl diese Dienste normalerweise nicht von einem Angehörigen Ihres eigenen Haushalts geleistet werden. Der Bundesfinanzhof hat auch Kosten für ein Notrufsystem anerkannt, mit dem kranke oder behinderte Menschen im betreuten Wohnen rund um die Uhr nach Hilfe rufen können.

 

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen für Pflegebedürftige?

Dafür fordert das Finanzamt weder den Nachweis einer Pflegestufe noch eine ärztliche Verordnung. Auch das Pflegegeld bleibt außen vor. Kommen Pflegekräfte oder Betreuer in die Wohnung oder ins Heim, dürfen Leistungen ambulanter Dienste für Grundpflege und Leistungen aus dem Katalog der Pflege­versicherung geltend gemacht werden. Dazu gehören das Zubereiten und Servieren der Mahlzeiten, der Wäscheservice, die Reinigung des Zimmers und der Gemeinschaftsflächen ebenso wie die Begleitung zum Arzt und bei Einkäufen. Das betrifft es aber nur, wenn es zu den Nebenpflichten von Helfern gehört, die vor allem andere Aufgaben im Haushalt übernehmen. Problematisch wird es, wenn diese Leistungen im Vordergrund stehen. Sollte die Haus­haltshilfe nur für Fahrten zum Arzt, fürs Einkaufen, Spazierengehen und für Botengänge engagiert sein, zählen diese Kosten nicht.

Wer die Rechnungen für einen Pflegebedürftigen bezahlt, kann sie als Haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, wenn die Angabe als außergewöhnliche Belastung nichts bringt. Die Steuerersparnis gilt unabhängig davon, ob der Gepflegte bei sich oder im Haushalt des Zahlers lebt.

 

Welche Steuerersparnis ist maximal drin?

Pro Jahr können Sie bis zu EUR 20.000 an Lohn-, Fahrt- oder Maschinenkosten geltend machen. 20 Prozent davon mindern Ihre Steuerschuld. Macht also eine Ersparnis von bis zu EUR 4.000.
 
Dazu kommen noch EUR 510,- für Geringverdiener auf 450-Euro-Basis, die zu Hause für Sie tätig sind.  Damit die Ausgaben für Minijobber steuerlich anerkannt werden, müssen Sie am sogenannten „Haushalts­scheckverfahren“ der Minijob-Zentrale teilnehmen. Wer sich privat eine Hilfe holt und dort anmeldet, darf sie in bar bezahlen.

 

Rechnung per Überweisung zahlen.

Die Steuervergünstigung gewährt der Staat vor allem, um der Schwarzarbeit Einhalt zu gebieten.  Deshalb benötigen Sie eine Rechnung und müssen den Betrag immer überweisen, damit das Finanzamt die Kosten akzeptiert. Barzahlungen werden nicht anerkannt. Heben Sie deshalb nicht nur die Quittung mindestens zwei Jahre auf, sondern auch eine Kopie Ihres Kontoauszugs, der die Zahlung belegt. Wichtig ist außerdem, dass die Rechnung folgende Daten enthält: Erbringer der Dienstleistung (mit Name, Anschrift und Steuernummer) sowie der Empfänger. Außerdem die Art der Leistung und den Inhalt, den Zeitpunkt der Leistungserstellung und das Entgelt. Das ist aufzuschlüsseln in abziehbare Lohn- und Fahrtkosten und Materialkosten. Sollte aus der Rechnung nicht  eindeutig hervorgehen, was Sie wofür zahlen, verlangen Sie einen neuen Beleg.

 

Wie urteilten die Gerichte?

Die Kosten für einen Hausnotrufdienst verringern als haushaltsnahe Dienstleistung die Steuerschuld. Das entschied der Bundesfinanzhof in einem Urteil (BFH, Az. VI R 18/14). Geklagt hatte ein Ruheständler, der im Rahmen des betreuten Wohnens in einer Seniorenresidenz lebt. Neben der Miete zahlt er eine Betreuungs­pauschale, die einen Posten für ein Notrufsystem enthält. In seiner Steuererklärung machte er neben den Aufwendungen für Reinigung und Hausmeister die Beträge für den Notruf geltend. Das Finanzamt erkannte Hausmeister- und Reinigungskosten an, strich aber die Kosten für den Notrufdienst. Der Bundesfinanzhof gab jetzt dem Ruheständler recht. Begründung: Bei dem Notrufsystem handele es sich um eine haushaltsnahe Dienstleistung. Durch die Rufbereitschaft werde sichergestellt, dass ein Bewohner im Bedarfsfall Hilfe rufen kann.
 
Die hier wiedergegebenen Informationen stellen keine Rechtsberatung oder Steuerberatung im Sinne des Rechtsberatungsgesetzes dar. Sie sollten in jedem Fall einen Steuerberater oder einen Fachanwalt für Steuerrecht Ihres Vertrauens zurate ziehen.
 

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