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Haushaltsnahe Dienstleistungen für Pflegebedürtige

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen für Pflegebedürftige?

 

Eine haushaltsnahe Dienstleistung muss Grundsätzlich immer in Ihrem Haushalt erbracht werden, um steuerlich absetzbar zu sein. Für Pflegebedürftige gelten allerdings Ausnahmen. So gilt die Steuervergünstigung beispielsweise auch dann, wenn Sie wegen Krankheit oder Pflegebedürftigkeit vorübergehend außer Haus leben müssen. Zudem können Sie den Besuch der Friseurin oder des Fußpflegers als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, obwohl diese Dienste normalerweise nicht von einem Angehörigen Ihres eigenen Haushalts geleistet werden. Der Bundesfinanzhof hat auch Kosten für ein Notrufsystem anerkannt, mit dem kranke oder behinderte Menschen im betreuten Wohnen rund um die Uhr nach Hilfe rufen können.

Dafür fordert das Finanzamt weder den Nachweis einer Pflegestufe noch eine ärztliche Verordnung. Auch das Pflegegeld bleibt außen vor. Kommen Pflegekräfte oder Betreuer in die Wohnung oder ins Heim, zählen Leistungen ambulanter Dienste, Grundpflege wie Fußpflege oder Leistungen aus dem Katalog der Pflege­versicherung. Dazu gehören das Zubereiten und Servieren der Mahlzeiten, Wäscheservice, Reinigung des Zimmers und der Gemeinschaftsflächen ebenso wie die Begleitung zum Arzt und bei Einkäufen. Das gilt allerdings nur, wenn es zu den Nebenpflichten von Helfern gehört, die vor allem andere Aufgaben im Haushalt übernehmen. Problematisch wird es, wenn diese Leistungen im Vordergrund stehen. Ist die Haus­haltshilfe nur für Fahrten zum Arzt, fürs Einkaufen, Spazierengehen und für Botengänge engagiert, zählen die Kosten nicht.

Wer die Rechnungen für einen Pflegebedürftigen bezahlt, kann die als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, wenn die Angabe als außergewöhnliche Belastung nichts bringt. Das gilt unabhängig davon, ob der Gepflegte bei sich oder im Haushalt des Zahlers lebt.

 

Welche Ersparnis maximal drin ist

 

Pro Jahr können Sie bis zu 20.000 Euro an Lohn-, Fahrt- oder Maschinenkosten geltend machen. 20 Prozent davon mindern Ihre Steuerschuld. Macht also eine Ersparnis von bis zu 4.000 Euro.

 

Dazu kommen noch 510 Euro für Minijobber auf 450-Euro-Basis, die zu Hause für Sie tätig sind. Damit die Ausgaben für Minijobber steuerlich anerkannt werden, müssen Sie am so genannten Haushalts­scheckverfahren der Minijob-Zentrale teilnehmen. Wer sich privat eine Hilfe holt und dort anmeldet, darf sie sogar bar bezahlen.

 

Rechnung per Überweisung zahlen

 

Die Steuervergünstigung gewährt der Staat vor allem, um der Schwarzarbeit Einhalt zu gebieten. Deshalb benötigen Sie eine Rechnung und müssen den Betrag immer überweisen, damit das Finanzamt die Kosten akzeptiert. Barzahlungen werden nicht anerkannt. Heben Sie deshalb nicht nur die Rechnung mindestens zwei Jahre auf, sondern auch eine Kopie Ihres Kontoauszugs, der die Zahlung belegt. Wichtig ist außerdem, dass die Rechnung folgende Daten enthält: Erbringer der Dienstleistung (mit Name, Anschrift und Steuernummer) sowie Empfänger. Außerdem die Art der Leistung und den Inhalt, den Zeitpunkt der Leistungserstellung und das Entgelt. Das ist aufzuschlüsseln in abziehbare Lohn- und Fahrtkosten und Materialkosten. Sollte aus Ihrer Rechnung nicht klar hervor gehen, was Sie wofür zahlen, verlangen Sie eine neue Rechnung.

 

Wie urteilten die Gerichte?

 

Die Kosten für einen Hausnotrufdienst verringern als haushaltsnahe Dienstleistung die Steuerschuld. Das entschied der Bundesfinanzhof in einem Urteil (BFH, Az. VI R 18/14). Geklagt hatte ein Ruheständler, der im Rahmen des Betreuten Wohnens in einer Seniorenresidenz lebt. Neben der Miete zahlt er eine Betreuungs­pauschale, die Kosten für ein Notrufsystem enthält. In seiner Steuererklärung machte er neben den Aufwendungen für Reinigung und Hausmeister die Kosten für den Notruf geltend. Das Finanzamt erkannte Hausmeister- und Reinigungskosten an, strich aber die Kosten für den Notrufdienst. Der Bundesfinanzhof gab jetzt dem Ruheständler recht.

Begründung: Bei dem Notrufsystem handele es sich um eine haushaltsnahe Dienstleistung. Durch die Rufbereitschaft werde sichergestellt, dass ein Bewohner im Bedarfsfall Hilfe rufen kann.

 

Diese Information stellt keine Rechtsberatung oder Steuerberatung im Sinne des RechtsberatungsGesetzes dar. Sie sollten in jedem Fall einen Steuerberater Ihres Vertrauens zu Rate ziehen.

 

Kontakt: (033432) 779 784

 

 

 

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